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Fluorierung

Fluorierung


Die direkte Oberflächenfluorierung von Polyethylen-Komponenten führt zu einer Verminderung der Durchgangsrate von Gasen wie Sauerstoff, Nitrogen, Kohlendioxid, Schwefeldioxid, C2H2 und halogenierten Kohlenwasserstoffen.

Seit der Einführung von Kunststoffbehältern sucht die Verpackungsindustrie nach einer Lösung für Barriereeigenschaften in Bezug auf Flüssigkeiten. Dieses Problem wurde auch von Ingenieuren der Automobilindustrie untersucht, da Fahrzeugkomponenten, Kraftstofftanks und -systeme aus Kunststoff hergestellt werden. Eine Antwort wurde in der Fluorierung gefunden, einem Vorgang, bei dem die Probleme durch Permeation von Kohlenwasserstoff vermieden werden.

Die direkte Oberflächenfluorierung von Polyethylen-Komponenten führt zu einer Verminderung der Durchgangsrate von Gasen wie Sauerstoff, Nitrogen, Kohlendioxid, Schwefeldioxid, C2H2 und halogenierten Kohlenwasserstoffen. Die Durchgangsrate von Sauerstoff durch behandeltes PE wird auf weniger als 0,5% des ursprünglichen Werts reduziert. Gleichzeitig verbessert sich sowohl die Wärmestabilität als auch die Chemikalienbeständigkeit gegen Säuren und Alkalien.

Der Fluorierungsprozess
Bei diesem Vorgang werden die Kunststoffprodukte unter streng kontrollierter Vorgabe in Bezug auf Konzentration, Temperatur, Druck und Zeitdauer mit elementarem Fluor behandelt. Das Ergebnis ist eine dauerhafte Fluorkohlewasserstoff-Barriere von ungefähr 10 µ. auf allen Oberflächenbereichen.

Auswirkungen der Fluorierung
Abfallrechtliche Vorschriften: Durch das Fluorieren werden die Grundeigenschaften von Polyethylen nicht verändert, deshalb ergeben sich keine Konsequenzen seitens der abfallrechtlichen Vorschriften, Recycling oder Entsorgung.
Kontakt zu Lebensmitteln: Der Prozess ist in Bezug auf die Behandlung der Behälter gemäß den FDA-Bestimmungen unproblematisch. Zahlreiche Unternehmen verwenden für die Verpackung von Nahrungsmitteln bereits fluorierte Behälter.
Leitfähige Fässer: Tests an fluorierten, leitfähigen Fässern zeigen keinen Unterschied zu herkömmlichen leitfähigen Fässern.
Adhäsion: Die meisten Bedruckungsmethoden von Kunststoffbehältern bleiben von dem Vorgang der Fluorierung unberührt. Behälter können demnach vor und nach der Behandlung bedruckt werden.

Anwendungen
Zu Produkten mit fluorierten Verpackungen gehören Kraftstoffzusätze, Farben, Dieselzusätze, Nagellackentferner, Insektizide, Kiefernöl, Herbizide, Reinigungsflüssigkeiten, Motorenölzusätze, Parfums, Aloe Vera-Produkte, Getränkekonzentrate, 2-Takt-Motorenöl, Lacke, Hydraulikflüssigkeit und Emaillelacke. Diese Liste ist jedoch bei weitem nicht vollständig. Für viele Produkte, die derzeit in Glas, Metall oder – mit Ausnahme von HDPE oder PP – in Kunststoff aufbewahrt oder ausgeliefert werden, können fluorierte Behälter verwendet werden.